Johannes der Täufer, Überbach

Filialkirche Johannes der Täufer, Überbach

Vermutlich wurde sie als Eigenkirche der Überbacher Burg Im 14. Jahrhundert gegründet. Eine Neuausstattung von 1690 bestimmt im wesentlichen das heutige Innere. Bemerkenswert neben vielen anderen Kostbarkeiten sind die getäfelte Decke und die Figuren am Chorbogen, die die Patrone der Bauern, St. Leonhard und St. Sylvester, darstellen.

Mesnerin: Frau Elisabeth Kling

Kirchenverwaltung Überbach

Pfarrer Dr. Martin Awa, Vorstand der Kirchenverwaltung
Johann Wölfle, Kirchenpfleger
Josef Lipp
Franz Orth
Helmut Weixler

Freunde der Dorfkirche St. Johann und St. Vitus Überbach e.V.

Freunde der Dorfkirche St. Johann und St. Vitus Überbach e.V.

Geschichte der Filialkirche St. Johannes der Täufer und St. Vitus

Patrozinium: St. Johannes 24. Juni, St. Vitus 15. Juni
Die Filialkirche St. Johannes in Überbach (am oberen Bach) ist wohl als Eigenkirche der Burg gegründet worden - 1388 ist dort ein Heinrich der Ritzner erwähnt - und dürfte 1533 unter dem bestehenden Patronat des Blasius Vorner von Überbach erneuert worden sein.

Die Kirche, ein Saalbau mit eingezogenem dreiseitig geschlossenem Chor unter Stichkappentonne und einem Satteldachturm im nördlichen Winkel ist im Kern spätgotisch. Ihr Langhaus wird zunächst aus zwei Stichbogenfensterachsen gebildet, westlich verlängert um ein leicht ausspringendes Emporenjoch mit je zwei seitlichen Rundfenstern. Das Glockengeschoß mit zwei gekuppelten rundbogigen Schallöffnungen mit achteckigen Zwischensäulen ist aus Tuffstein gemauert.

Trotz einer Renovierung im 19. Jh. bestimmt das heutige Innere die um 1690 erfolgte Neuausstattung, wobei die Ausmalung vermutlich Georg Wassermann (1652-1710) aus Autenried übernahm, der 1691 gerade für die Kirche in Immenthal bei Obergünzburg tätig war. Das Deckenfresko im Chor zeigt die Taufe Jesu im Jordan. Die vom Überbacher Kunstschreiner Hans Neher stammende getäfelte Decke des Langhauses ist in verschiedenen Felderungen mit Akanthusrankenwerk und Sonnenblumen bemalt. Auf den gleichzeitigen Tafelbildern ist in der Mitte (Vierpassfeld) die Marienkrönung dargestellt, umgeben von den Evangelisten (Oktogone). Die hölzerne Emporenbrüstung beinhaltet in ihren neun Rechteckfeldern Gemälde des hl. Vitus, dem zweiten Patron der Kirche, zwischen Christus, Maria und je drei Apostelpaaren; an der Emporenunterseite Rosetten. Der wohl ebenfalls von Hans Neher gefertigte Hochaltar zeigt zwischen gedrehten Säulen das 1668 vom Kemptener Maler Pelagius Ertinger (1635-1706) signierte Altarblatt mit der Hl. Familie - 1927 erhielt die Filialkirche das Allerheiligste, wofür dann der neubarocke Tabernakel eingepasst wurde; über dem Altargemälde schwebt die Hl.-Geist-Taube in Akanthuswerk auf dem gesprengten Segmentgiebel. An den Seiten unter Voluten Holzplastiken des mittleren 17. Jh.: hl. Johannes d.T. und hl. Vitus.

Die im 19. Jh. vereinfachte und ohne Schalldeckel erhaltene Kanzel ist um 1690 entstanden und wie der Altar mit Hans Neher in Verbindung zu bringen. Ihr fünfseitiger Korb besitzt außen gedrehte Säulchen auf Engelskopfkonsolen, die Zwischenfelder sind mit Intarsienornamenten gestaltet.

Die Altarblätter der in den 1960er Jahren entfernten barocken Seitenaltäre hängen im Chorraum und zeigen erneut die Taufe Christi, wohl Ende 17. Jh. und den hl. Antonius, 2.Hälfte 18.Jh. Ehemals im Auzzug stand die kleine, jetzt als Einzelplastik den Chorbogen zierende Figur des hl. Sylvester, um 1480. Der hl. Leonhard gegenüber (1. Hälfte 19. Jh.) stammt aus der Dietmannsrieder Pfarrkirche und wurde 1965 gegen einen hl. Georg ausgetauscht.

An weiteren Holzfiguren birgt das Kirchenschiff ein barockes Kruzifix mit Schmerzensmutter und einen Christus an der Geißelsäule (Wiestypus). Das nazarenische Heilandsbild par excellence vertritt der wohl um 1900 entstandene Gute Hirte über dem Kanzelkorb.
Ganz nazarenisch auch die bunt umrandeten Glasfenster, die im Chor die Glasmalereien mit dem Jesus- und Johannesknaben enthalten. Sie wurden 1903 von der K.B. Hofglaserei F.X. Zettler, München, geliefert.

Die vom akad. Maler Ludwig Fischer, Günzach, geschaffenen Kreuzwegstationen kamen 1904 in die Kirche. Ein bemerkenswertes Votivbild von 1808 unter der bemalten Emporendecke zeigt die Kreuzigung Christi mit Armen Seelen im Fegefeuer. Gegen 1700 gefertigte geschwungene Stuhlwangen mit geschnitzten Akanthusranken ergänzen das moderne Gestühl.

Seit Silvester 2002 erklingt soli deo gloria, eine Pfeifenorgel, die vom Förderverein Orgelmuseum e.V. Valley erworben werden konnte. Das einmanualige Intrument mit sechs Register war 1878 durch den Münchner Orgelbaumeister Max Maerz für die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Birkenstein (Lkr. Miesbach/Obb.) angefertigt worden. Zur erneuten Vervollständigung des durch Kriegsabgaben mehrmals in Mitleidenschaft gezogenen Geläuts kamen im Jahre 1951 zur Josefs-Glocke von 1924 (Fa. Andreas Hirth, Kempten), die von der Gemeinde Überbach gestiftete Johannes d.T.-Glocke ZU EHREN DER GEFALLENEN HELDEN DER KRIEGE 1914-18 1939-45 und die von Familie Hans Moser gestiftete Leonhard-Glocke (Fa.E.Gebhard,Kempten) in den Turm.

Eine Christophorus Figur, als Nachbildung aus der Dachauer Gegend, ziert seit 2016 die Überbacher  Filialkirche. Es ist die einzige Darstellung eines Christophorus  in der Pfarreiengemeinschaft Dietmannsried.
Der hl.  Christophorus  gilt heute als Schutzparton der Reisenden, Kraftfahrer , Gärtner, Zimmerleute, Kinder, und Schwangeren, damit wären auch Fahrzeugsegnungen  möglich, da  die Dorfkirche direkt an der Straße liegt. Er hilft auch gegen Unwetter, bei allen Wassergefahren und hat damit einen Bezug zum Seebach als Helfer gegen Hochwasser.

Kirche Überbach
Kirche Überbach
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Kirche Überbach
Kirche Überbach
Kirche Überbach
Kirche Überbach
Deckengemälde - Taufe Jesu im Jordan
Der Auferstandene - restauriert 2008